Mein Auto lädt mit meiner Heimladestation langsam – woran kann das liegen?
Du hast dein Auto an deine Heimladestation angeschlossen, stellst aber fest, dass es langsamer lädt als erwartet? Das bedeutet nicht sofort, dass etwas mit deiner Heimladestation nicht stimmt. Die tatsächliche Ladegeschwindigkeit wird durch verschiedene Faktoren bestimmt, zum Beispiel durch deinen Netzanschluss, den Stromverbrauch im Haushalt und die Ladekapazität deines Autos.
Gehe die folgenden Punkte kurz durch.
1. Überprüfe die Kapazität deines Netzanschlusses
Die Kapazität deines Hausanschlusses bestimmt mit, wie viel Leistung zum Laden deines Autos verfügbar ist. Deine Wohnung oder dein Haus kann über einen einphasigen oder dreiphasigen Anschluss verfügen.
- Bei einem einphasigen Anschluss kann die Ladeleistung ungefähr zwischen 1,4 und 7,4 kW liegen.
- Bei einem dreiphasigen Anschluss kann sie ungefähr zwischen 4,2 und 22 kW liegen. Bei vielen Elektroautos ist die AC-Ladeleistung auf maximal 11 kW begrenzt.
Deine tatsächliche Ladegeschwindigkeit wird also durch die Kombination aus deiner Elektroinstallation, deiner Heimladestation und der Ladekapazität deines Autos bestimmt.
2. Dynamic Load Balancing kann deine Ladegeschwindigkeit vorübergehend verringern
Verfügt deine Heimladestation über Dynamic Load Balancing? Dann wird die verfügbare Leistung automatisch zwischen deinem Haushalt und deinem Auto verteilt.
Verwendest du gleichzeitig verschiedene elektrische Geräte? Dann kann deine Heimladestation vorübergehend weniger Leistung erhalten. In manchen Situationen kann der Ladevorgang sogar kurz unterbrochen werden. So wird verhindert, dass deine Elektroinstallation überlastet wird.
Sobald der Stromverbrauch im Haushalt wieder sinkt, zum Beispiel nachts, steht deinem Auto wieder mehr Leistung zur Verfügung und die Ladegeschwindigkeit kann wieder steigen.
3. Deine Heimladestation kann bewusst begrenzt sein
Hast du eine Heimladestation ohne Dynamic Load Balancing? Dann kann der Installateur die maximale Ladeleistung aus Sicherheitsgründen begrenzt haben. So wird verhindert, dass deine Elektroinstallation überlastet wird.
Bei manchen Heimladestationen kann diese Begrenzung auch per Software eingestellt werden. Wird dein Zählerkasten oder dein Netzanschluss später angepasst? Dann kann es möglich sein, diese Einstellung erneut überprüfen zu lassen.
4. Möchtest du schneller laden? Überprüfe, ob ein dreiphasiger Anschluss möglich ist
Hast du derzeit einen einphasigen Anschluss und möchtest du zu Hause schneller laden können? Dann kann eine Umstellung auf einen dreiphasigen Anschluss erforderlich sein. Beachte jedoch, dass sowohl deine Heimladestation als auch dein Auto die höhere Ladeleistung unterstützen müssen.
5. Überprüfe die Ladeeinstellungen deines Autos
Manchmal liegt die Begrenzung nicht an deiner Heimladestation, sondern an deinem Auto. In den Einstellungen mancher Elektroautos kannst du die Ladeleistung oder den Ladestrom begrenzen.
Deine Heimladestation kann dann ausreichend Leistung bereitstellen, während dein Auto nur einen Teil davon nutzt. Überprüfe daher auch die Ladeeinstellungen deines Fahrzeugs.
6. Überprüfe, welche Ladeleistung dein Auto unterstützt
Nicht jedes Elektroauto kann zu Hause mit derselben maximalen Leistung laden. Einige Modelle unterstützen beispielsweise kein dreiphasiges Laden oder haben selbst eine niedrigere maximale Ladekapazität.
Du bist dir unsicher, wie viel Ladeleistung dein Auto unterstützt? Überprüfe dann die technischen Daten deines Fahrzeugs oder wende dich an deinen Autohändler.
Tipp: Eine niedrigere Ladegeschwindigkeit bedeutet nicht automatisch, dass deine Heimladestation defekt ist. Dein Netzanschluss, Dynamic Load Balancing, die Einstellungen deines Autos und die maximale Ladekapazität deines Fahrzeugs spielen alle eine Rolle.